15.4. Seetag und 16.4. Walvisbay, Namibia

 

Der Seetag in Richtung Namibia verlief völlig unspektakulär. Es war wieder verhältnismäßig kühl und regnerisch.

Am Morgen des 16.4. liefen wir in den Hafen von Walvisbay ein. Auch hier handelte es sich um einen reinen Containerhafen. Es war ein wolkenverhangener Morgen und das Aufmachen der Balkontür zeigte, dass es auch nicht sehr warm war. Und dabei ist man doch immer in dem Glauben, wenn man in Afrika ist, ist es warm.

Eine weitere Enttäuschung war, dass unsere Telekom keinen Roamingvertrag mit den Telefongesellschaften von Namibia hatte und wir damit auch kein Internet. Das war jetzt wirklich das erste Mal auf der langen Reise, dass wir komplett ohne Internet dastanden. Selbst so winzige Inseln wie Tonga und Samoa waren mit der Telekom verbandelt und man konnte mehr oder weniger gut surfen. Und das ist auch die Erklärung, weshalb dieses Mal nicht sofort eine Eintragung unserer Erlebnisse in den Blogg erfolgte. Die nächste Internetmöglichkeit gab es in Gran Canaria und damit erst nach weiteren 8 Seetagen. Und über das Bordinternet möchte ich mich gar nicht erst auslassen. Es ist unglaublich teuer und unglaublich schlecht. Selbst der Aufbau der Internetverbindung kostet schon ein Vermögen. Und wenn man sich wegen einer schlechten Verbindung nicht ausloggen kann, zahlt man das auch. Das möchte ich nicht weiter kommentieren. Hier sollte Cunard mal darüber nachdenken, ob es im Zeitalter des Internet wirklich opportun ist, so zu tun als wenn Internet etwas ganz Besonderes ist und deshalb so teuer sein muss.

In Namibia stand uns wieder einmal eine Einreise bevor. Die namibischen Behörden bestanden darauf, jeden Ausweis und seinen jeweiligen Inhaber persönlich zu sehen und zwei Einreisestempel in den Pass zu setzen. Damit hatten wir ja nun hinreichende Erfahrungen, vor allen Dingen im Anstehen. Die Kontrolle sollte wieder auf dem Schiff stattfinden. Das ließ schlimmes befürchten! Morgens im Lido haben wir die Zollbeamten bereits zum Frühstück getroffen.

Wie immer trafen wir uns dann im Queensroom, um unsere Marken für den gebuchten Ausflug abzuholen, um dann anschließend die Einreiseformalitäten über uns ergehen zu lassen. Und wir waren dann doch sehr überrascht. Die Einreise funktionierte ausnahmsweise mal reibungslos! Keine Schlange, kein Anstehen. Vielleicht hatte unser Gemecker in Kapstadt dann doch mal genutzt und man hatte die Kapazitäten erhöht.

Wir hatten einen Ausflug zu der Flamingolagune und dem Sandwichharbor gebucht. Sandwichharbor liegt ca. 50 km von der Walvisbay entfernt. Dorthin führt keine asphaltierte Straße sondern es geht auf einer Piste quer durch die Wüste. Deshalb auch die Geländewagen mit Vierradantrieb. Unser Ausflug ging unmittelbar am Schiff los. Anstelle eines Busses durften wir zu viert in einen Range Rover steigen. Was für ein Luxus nach all den Bustouren! Kein mühsames in den Bus Klettern von 40 etwas älteren und teilweise seeehr behäbigen Leuten sondern flottes Einsteigen und schon brausten wir los.

Zunächst ging es an eine Lagune, in der sich Hunderte von Flamingos tummelten. Es gab rosafarbene und weiße Flamingos. Letztere waren etwas größer und sollen die Karnivoren sein, wogegen die rosafarbenen nur Algen futtern sollen. Im Hinterland zu der Lagune wurde auf einigen Tausend Hektar im großen Stil Salz gewonnen, das auch exportiert wird. Einige der Salzwasserbecken leuchteten in einem strahlenden Rot, was an einer roten Algenart liegen soll. Von der dort fuhren permanent riesige LKW zu unserem Hafen, um das Salz dort zum Weitertransport abzuladen.

Von der Saline ging es dann zunächst auf eine mäßig befestigte Piste, die parallel zum Meer führte. Fast unmittelbar danach begann die Wüste. Im Prinzip ging der Sandstrand mit seiner Dünenlandschaft direkt in die Wüste über. Und unser Fahrer war sehr flott unterwegs. Die Sandstrände waren menschenleer und die Brandung beeindruckend schön. Teilweise waren wir so dicht an der Brandung, dass uns die nächste Welle fast umspült hätte. Die Dünenlandschaft wurde immer höher und größer, am Endpunkt unserer Fahrt erschienen uns die Dünen so hoch, wie man sich eine Wüste immer vorstellt. Dort konnten wir aussteigen und die Dünen hochklettern. Jetzt war es auch aufgeklart und die Sonne zeigte sich in ihrer ganzen Schönheit. Der Kontrast zu den weißen Sanddünen und dem strahlend blauen Himmel war wunderschön anzusehen. Man ist im Sand immer wieder tief eingesunken, bis man endlich oben war. Dort bot sich eine wirklich spektakuläre Aussicht auf das Meer, die Düne endete quasi direkt an der Brandung. Wäre man an der Seite runtergerutscht, wäre man sofort im Wasser gewesen. In der Zwischenzeit hatte man eine Art Buffet für uns aufgebaut. Es gab köstlichen gekühlten südafrikanischen Weißwein oder Bier und einen landestypischen Imbiss. Fast schon ein bisschen dekadent und wie im Film „Jenseits von Afrika“, aber sehr nett und von allen sehr genossen. Anschließend wurde alles peinlich genau wieder eingesammelt und eingepackt. Es wurde nichts zurückgelassen. Dann ging es leider auch schon wieder zurück. Und jetzt konnten die Autos und ihre Fahrer ihre Fahrkünste zeigen. Es ging kreuz und quer die Dünen hoch und wieder runter. Wie eine wilde Achterbahnfahrt. Es war herrlich und alle haben im Auto kräftig gejuchzt. Auf dem Rückweg zeigten sich auch einige Tiere, von denen wir auf dem Hinweg nur ihre Spuren im Sand gesehen hatten. Wir haben einige Springböcke beobachtet, Seehunde und Vögel. Unsere Freunde, die am Nachmittag unterwegs waren, haben sogar Schakale gesehen. Viel zu schnell sind wir wieder am Schiff angekommen. Dieser Ausflug war einer der schönsten der ganzen Reise und wird uns nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Anschließend sind wir noch einmal mit dem Shuttlebus in das nächste Einkaufszentrum gefahren, um einige Einkäufe zu erledigen. Beeindruckend war, dass, was uns morgens schon aufgefallen war, alle Straßen und Gehwege extrem sauber und ordentlich waren. Es gab gar keinen Müll an den Straßenrändern. Auf unserer Reise haben wir insofern ganz andere Erfahrungen gemacht. Am frühen Abend sind wir dann zu unserer längsten Seestrecke aufgebrochen. Vor uns lagen 8 Seetage! Der nächste Hafen war erst Gran Canaria mit europäischem Internet!

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