11.4. Seetag und 12.-13.4. Kapstadt

 

Der Seetag vor Kapstadt war so kühl, dass sich bis gegen frühen Nachmittag nur Spaziergänger auf den Decks gezeigt hatten. Der Poolbereich war nur wenig frequentiert. Gegen 17 h hatten wir den südlichsten Punkt Afrikas, das ist das Kap Agulhas und nicht wie viele (und dazu gehörten wir auch!) glauben, das Kap der guten Hoffnung, erreicht. Kurz danach gab es noch zwei Wale zu sehen, die uns schon sehr begeisterten. So verwöhnt waren wir schon lange nicht. Aber dann! Man konnte es kaum glauben. Das Wasser brodelte und eine Riesenherde von wahrscheinlich über 1000 Delfinen zog an der Queen vorbei. Es hopste einer nach dem anderen aus dem Wasser, sie machten lauter Luftsprünge und surften auf den Wellen der Queen. Was für ein Schauspiel. Wir haben noch nie so viele Delfine auf einem Haufen gesehen. Leider dauerte die Veranstaltung nur 5 Minuten.

In den frühen Morgenstunden des 12.4. sind wir in den Hafen von Kapstadt eingelaufen. Auch dieser Hafen ist kein keiner Kreuzfahrthafen. Neben uns werden Schiffe mit Containern beladen. Direkt vor uns liegt ein französischer Hubschrauberträger, der uns am Tag vorher ein Stück begleitet hat. Anders als in Sidney und Hongkong ist man nicht direkt in der Innenstadt sondern muss noch ca. 20 Minuten laufen, um entweder in den Victoria Hafen zu kommen oder in die Innenstadt.

Das Wetter war sehr bescheiden. Angekündigt waren Sonne und Wolken bei 22 C. Tatsächlich war alles, auch der berühmte Tafelberg, völlig wolkenverhangen. Und es sah sehr regnerisch aus. Es sollte später auch anfangen zu regnen. Für Südafrika ein Segen, nach der langen Zeit der Trockenheit. Für uns leider kein Vergnügen, es hätte ja auch noch zwei Tage warten können. Unverkennbar war zudem, dass der Herbst schon recht weit fortgeschritten ist.

Wir hatten für den ersten Tag in Kapstadt eine Tour zum Kap der guten Hoffnung gebucht. Dabei sollte die ganze Kap-Halbinsel umrundet werden. Eine gewaltige Wegstrecke für einen Tagesausflug. Deshalb sind wir auch schon um 7.45 h gestartet und es war kaum zu glauben, der Ausflug ging doch tatsächlich pünktlich los. Wir hatten eine sehr nette und kompetente Reiseleiterin, für die alle, die unter 74 Jahre (ihr eigenes Alter) alt waren, junge Leute waren. Und sie sprach sogar tadellos Deutsch (ihr Vater wanderte 1964 nach Südafrika ein).

Die Fahrt führte zunächst durch Clifton, einem Vorort von Kapstadt, in dem die für Südafrika teuersten Grundstücke und Häuser stehen. Clifton ist deshalb so beliebt, da dieser Ort der einzige Ort ist, der von den berüchtigten Südoststürmen nicht betroffen ist.  Zudem ist das Meer hier 5 Grad wärmer als auf der anderen Seite von Kapstadt.

Weiter ging es auf der berühmten Peak-Strasse direkt hoch oberhalb des Meeres entlang. Hier muss man bei schönem Wetter atemberaubende Aussichten haben. Diese Straße ist auch nichts für Leute, die nicht schwindelfrei sind. Teilweise ist sie sehr eng und kurvig, dass sich der Bus fast im Schritttempo durch getastet hat. Vergleichbar ist sie mit der Corniche oder der Sorrentina. Sie endete quasi kurz vor dem Naturschutzgebiet des Kaps. Dort angekommen sind wir mit einer Standseilbahn weiter die Felsen hochgefahren. Man hätte noch weitere 120 Stufen zu dem Leuchtturm hochlaufen können, was aber bei dem diesigen Wetter keinen Sinn machte. Die ansonsten wohl tolle Aussicht konnten wir leider gar nicht genießen. Zwischendurch riss ganz kurz der Wolkenhimmel auf, so dass wir einen kleinen Eindruck mit nach Hause nehmen konnten. Auf der anderen Seite des Kaps ging es weiter. In Bouldesbay haben wir eine Lunchpause eingelegt und in einem Fischrestaurant ganz köstlich gespeist. Es gab sogar sehr leckeren südafrikanischen Weißwein zu trinken. Für einen Cunard –Ausflugslunch eine ungewöhnlich gute Qualität und ein exellenter Service!

Anschließend haben wir der dort ansässigen Pinguinkolonie einen Besuch abgestattet. Weiter ging die Fahrt wieder Richtung Kapstadt. Die nächste Station war Kirstenbosch, wo wir einen kleinen Einblick in die Botanical Gardens, die von 100- 1000m am Fuße des Tafelbergs liegen, genießen konnten. Zu Sommerzeit, wenn alles blüht, müssen sie ganz wunderschön sein.  Wir sind nur 45 Minuten quasi durchgelaufen, was in Anbetracht der Größe und der Schönheit dieser Gärten viel zu wenig war. Mit zwei Stunden Verspätung sind wir dann wieder auf dem Schiff angekommen. Was für ein gewaltiges Tagespensum.

Für den zweiten Tag hatten wir keinen Ausflug mehr gebucht, sondern wollten auf eigene Faust ein wenig die Stadt erkunden. Uns stand auch nicht mehr so viel Zeit zur Verfügung, da wir all Aboard um 15 h hatten und vorher noch die ganze Ausreiseprozedur über uns ergehen lassen mussten.

Wir sind mit dem Shuttle zur Victoria und Albert Waterfront gefahren, die sich ziemlich genau gegenüber dem Kreuzfahrthafen befindet. Es sieht alles ganz nah aus, wegen der vielen unterschiedlichen Hafenbecken muss man aber einen erheblichen Umweg fahren. Das Gebiet besteht aus einer Vielzahl von Ladengeschäften, Restaurants und Kneipen. Abends muss hier ein sehr buntes Leben herrschen. Wir sind hier ein wenig herumgeschlendert. In einem der alten Dockhäuser sind viele kleine südafrikanische Kunstgewerbeläden untergebracht, die nicht nur schön anzuschauen waren. 🙂 Wir haben dann noch dem Aquarium einen Besuch abgestattet. Da heute Samstag war, waren viele Familien mit kleinen Kindern da, die einen Riesenspaß hatten. Man kann in den großen Becken sogar tauchen! Das habe ich noch nirgendwo gesehen. Und Pinguine sind direkt an uns vorbei von ihrer Fütterung wieder in ihr Gehege geführt worden.  Ein wirklich schönes Aquarium. Danach ging es im Regen wieder zum Schiff.

Heute am frühen Nachmittag laufen wir Richtung Walvis Bay, Namibia aus. Vor uns liegt nur ein Seetag. Jetzt geht es nur noch Richtung Norden durch den Atlantik. 😦

 

Hinterlasse einen Kommentar