7.4.-9.4. Seetage und 10.4. Port Elisabeth

Man merkt es sehr, dass wir uns vom Äquator mittlerweile um 33 Breitengrade wieder entfernt haben. In den letzten drei Tagen wurde es merklich kühler. Tagsüber haben wir nunmehr nur noch 23 C, das Meer soll noch 25 C haben. Der Wind ist ebenso deutlich frischer und stärker. Wir können jetzt auch wieder von Seegang sprechen. Der Schwell beträgt zwischen 3 und 4 Metern. Langsam kommen wir dem Kap der guten Hoffnung und dem Atlantik näher. Man darf gar nicht daran denken, direkt nach dem Kap sind im Atlantik die Wassertemperaturen gleich um 5 C niedriger, was natürlich sofort auch niedrige Lufttemperaturen bedeutet. In Südafrika ist jetzt tiefster Herbst, wie bei uns im Oktober. Dabei haben wir uns doch so auf den Frühling gefreut!

An allen Seetagen nach Hongkong bin ich mittags immer zur Chorprobe des Cunard Gästechors gegangen. Es hat viel Spaß gebracht, nach langer Zeit wieder einmal im Chor zu singen. Wir haben gemeinsam mit den Sängern Joe und Hannah (Solisten) des Cunard Royal Theaters Musicalstücke eingeübt.  Heute, am Tag vor Port Elisabeth, hatten wir um 14 h unsere öffentliche Aufführung im Queensroom der Queen Victoria. Festlich gewandet in Abendkleidern und Smoking durften wir unsere Stücke einem breiten Publikum zu Gehör bringen. Wir hatten sehr viel Spaß, sowohl bei der Einstudierung wie auch bei der Aufführung. Alles wurde sogar in DVD festgehalten.

Heute Morgen sind wir schon sehr früh in Port Elisabeth eingelaufen. Gegen 6:00 Uhr lagen wir bereits am Pier, d.h. aber noch lange nicht, dass wir auch dann einklariert waren. Das hat dann noch eine weitere Stunde gedauert.

Wir sind bereits um 7:15 Uhr heute Morgen in den Queensroom gegangen, wo wir immer für unsere Touren einchecken. Das Besondere war, dass wir vorher, bevor wir unsere Tourmarken erhielten, die  Einreise nach Südafrika durchlaufen sollten. Die Einreise, d.h. die Personenkontrolle sollte auf dem Schiff stattfinden. Das erschien uns zunächst auch als ein großes Entgegenkommen der südafrikanischen Zollbehörden, entpuppte sich aber wegen der völligen Desorganisation von Cunard als ein Bumerang. Alle Passagiere, die eine Tour gebucht hatten, sollten im Queensroom abgefertigt werden, alle anderen im Britannia Restaurant. Damit war das Chaos perfekt. Für den Queensroom standen lediglich 2 Beamtinnen zur Verfügung. Die Schlange war mehrere 100 m lang und bewegte sich einmal quer durch das ganze Schiff und dann wieder zurück. Es war unglaublich! Wir haben fast 1 Stunde gebraucht,  um in den Queens Raum zu gelangen, doch weit gefehlt, dass damit das Chaos ein Ende hatte, es ging weiter! Irgendwie ist es uns gelungen durch die Menschenmengen, vom Schiff zu gelangen, um dann in unseren Tour Bus einsteigen zu können. Das nächste Problem stand bereits vor der Tür: Die Menschenmenge hatte sich nun vom Schiff auf den Kai verlagert  und weit und breit war kein Bus zu sehen. Üblicherweise stehen 30-40 Busse am Pier, der jeweiligen Tournummer nach aufgereiht, um die Passagiere an Bord zu nehmen. Vereinzelt trafen anschließend Busse ein, die aber nur die Tour-Bezeichnung hatten und nicht die richtige Tourbusnummer. Auch die jeweiligen Reiseführer in den Tourbussen waren nicht eingeweiht, welche Gäste sie an Bord nehmen sollten.

Gegen 9:00 Uhr hatten wir es dann endlich geschafft und alle, die diese Tour gebucht hatten, saßen dann im Bus. Wir konnten mit 1 Stunde Verspätung endlich zu unserem Ausflug starten. Unsere Reiseleiterin stellte Gottseidank sofort in Aussicht, dass wir dann einfach 1 Stunde später wieder nach Hause zurückkehren.

Nach ca. 1 1/2 Stunden Fahrzeit Richtung Grahamstown sind wir im Kwanturesort angekommen. Die letzten 10 km führten über eine Sandpiste. Der Empfang im Resort war überaus freundlich. In einer langen Reihe standen die Mitarbeiter des Ressorts und winkten uns zur Ankunft zu. Dann wurden wir mit einem kleinen Imbiss in den Empfangsräumen willkommen geheißen.

Anschließend ging es in die Safari-Rangerover. 9 Personen hatten darin Platz. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung: keinesfalls den Wagen zu verlassen, zu Essen oder gar die Hand herauszuhalten oder gar die Tiere zu streicheln, ging es los. Zunächst besuchten wir die Eingewöhnungszone, in der die Tiere auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet werden. Hier lagen erstaunlich viele weiße Löwen und Tiger (Tiger sind nicht in Südafrika heimisch!) herum. Die Tiger sind von Privatleuten nach Südafrika eingeführt und als Haustiere gehalten worden und wurden von den Tierschutzbehörden sichergestellt. Wenn sie sich an ein Leben in der Wildnis gewöhnt haben, sollen sie wieder in ihre ursprünglichen Heimatländer gebracht werden.

Drei Stunden dauerte die Safari. Es ging über sehr holperige Pisten. Nichts für Leute mit Rückenproblemen, davor wurde aber vorher gewarnt. Auch wir wurden sehr stark durchgerüttelt. Wir haben viele Tiere gesehen. Am Eingang wurden wir von einem Begrüßungslöwen empfangen, der ganz faul unter einem Baum lag und träge eine Antilopenherde beobachtete.  Uns hat er gar nicht zur Kenntnis genommen. Wir haben viele Antilopen- und Zebraherden gesehen. Im Resort wechselte sich die Landschaft schnell ab. Nach großen Weidewiesen, folgten Buschgebiete und Hügelketten und immer wieder Wasserlöcher. Überall gab es etwas zu entdecken. Wir konnten Büffel, Gnus, Löwen, Elefanten und Nilpferde sehen. Einen Gepard hatten wir nur zu Beginn an der Auswilderungsstation gesehen. Den Hals einer Giraffe konnten wir aus der Ferne entdecken. Viel zu schnell war die Safari zu Ende. Nach der Safari gab es einen Lunch, der uns allen geschmeckt hat. Gegen 15 h sind wir wieder Richtung Port Elisabeth gestartet. Und dann hatten wir Glück und durften auf dem Rückweg doch noch mehr Giraffen aus der Nähe bewundern. Um 16.30 h waren wir wieder auf der Queen zurück. Uns hat der Ausflug gut gefallen.

Heute Abend geht es weiter nach Kapstadt. Vor uns liegt ein Seetag.

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