6.4. Reunion

 

Die Seefahrt zwischen den beiden Inseln war sehr kurz. Gestern sind wir kurz nach 19:00 Uhr ausgelaufen und haben heute bereits kurz nach 6:00 Uhr auf Reunion angelegt. Auch hier handelte es sich wieder um einen Containerhafen. Man konnte aber über den Containern schöne grün bewaldete Hügel sehen. Die Insel sah fast aus wie Teneriffa in der Region von  St. Cruz und La Laguna.

Unsere Tour startete heute Morgen bereits um 8:00 Uhr, so dass wir schon um 7:30 Uhr unsere Tourkarten abholen mussten. Frühes Aufstehen war angesagt. Unsere Tour sollte in das Landesinnere der Insel gehen, ebenso stand der Besuch einer Vanilleplantage und zum Abschluss die Hauptstadt St. Denis an. Der Himmel war heute leider wolkenverhangen. Der Kapitän hatte leichte Regenschauer angekündigt, in meinem Wetterprogramm waren dagegen doch starke Regenfälle angesagt. Leider hatte in diesem Fall das Programm Recht und es regnete ununterbrochen bis in den späten Nachmittag hinein. Das war sehr schade.

Wir sind zunächst vom Hafen in Richtung St. Denis gefahren. Beeindruckend war der Neubau einer zumindest vierspurigen Straße, die auf Brückenpfeilern in das Meer gebaut wurde. Sie war noch nicht komplett fertig. Man konnte aber schon sehr viel davon sehen. Nach St. Denis stand der Besuch der Vanille Plantage an. Was mir bisher nicht bekannt war, ist, dass die Vanillepflanze eine Orchideenart ist. Die Pflanzen brauchen sechs Jahre, bis sie die ersten Blüten zeigen. Hier auf Reunion müssen sie per Hand bestäubt werden, da die Bienen, dir ansonsten diese Arbeit übernehmen, hier nicht ansässig sind! Anschließend müssen die Schoten fast acht Monate reifen, bis sie geerntet werden können. Der weitere Prozess der Verarbeitung ist ebenfalls sehr aufwändig und zeitintensiv. Kein Wunder, dass Vanilleschoten sehr teuer sind. Auf der Plantage kosteten drei sehr schöne große Exemplare immerhin zehn Euro. Ich musste diese Investitionen leider tätigen. Danach ging es weiter in die Berge, in den wunderschönen Ort Hell – Bourg. Die Fahrt hoch war wunderschön, die Vegetation sehr beeindruckend und auch die Berge müssen ganz zauberhaft aussehen, wenn sie nicht wolkenverhangenen sind. Leider hat es die ganze Zeit ununterbrochen geregnet und unsere erste Anschaffung, oben angekommen, waren zwei Regenschirme.

Im Ort stehen wunderschöne alte Kolonialbauten. Das sind hier bunte Holzhäuser mit hübschen Veranden umgeben und Holzschnitzereien. Die Straße bergan war aber sehr eng und sehr kurvenreich. Wenn man sie mit der Straße zum Teide (Teneriffa) vergleicht, ist die Letztere fast eine Autobahn. Eine Zeit lang sind wir neben einer sehr tiefen Schlucht gefahren, in der ein reißender Bach floss, der von einer Vielzahl von Wasserfällen, die beeindruckend von den Hängen herunterfielen, gespeist wurde.

Von Hell- Bourg  ging es weiter in ein kleines Restaurant, in dem wir unseren Lunch einnehmen konnten. Das Essen war heute köstlich, es gab eine andere Variante der kreolische Küche: als Vorspeisen zunächst unterschiedlich gewürzte Karottensalate, Tomatenchutney und eine Art geschnitzelte Zucchini mit Zwiebeln, leicht scharf gewürzt. Als Hauptgang: Fisch und Geflügel jeweils in einer leckeren Soße, Reis und zum Nachtisch frische Ananas.

Anschließend fuhren wir wieder dieselbe Straße zurück in Richtung St. Denis, wo wir noch 1 Stunde Aufenthalt hatten. In der Kürze der Zeit konnten wir nicht so wahnsinnig viel erkunden. Wir haben uns auf die Haupteinkaufsstraße konzentriert und noch paar Einkäufe für den letzte Teilstrecke unserer Reise erledigt.

Reunion ist eine wunderschöne Insel, die auf jeden Fall wieder eine Reise wert ist. Oben im Gebirge muss man phantastisch wandern können, der gesamte Südteil der Insel steht noch zur Erkundung an. Hier gibt es den aktivsten Vulkan der Welt, den wir leider nicht haben sehen können. Dazu hat einfach die Zeit nicht gereicht. Insgesamt betrachtet muss man sagen, dass wir heute einen wunderschönen Ausflug hatten, der uns sehr viel Spaß gebracht hat. Auch unser Reiseführer ist lobend zu erwähnen. Im Gegensatz zu anderen hat er sich auf das Wesentliche konzentriert und das sehr schön erklärt und dargestellt. Um 17:00 Uhr mussten wir wieder alle an Bord sein. Schade, wir hätten hier gerne mehr Zeit verbracht.

Jetzt stehen uns drei See- Tage bevor. Unser nächster Halt ist Port Elisabeth in Südafrika.

Hinterlasse einen Kommentar