Zwei herrlich warme und entspannte Seetage liegen hinter uns. Das Piratengebiet haben wir nun endgültig am 2.4. nach dem Auslaufen aus Port Victoria hinter uns gelassen. Nach wie vor befinden wir uns in den Tropen.
Heute Morgen haben wir ganz früh noch vor Sonnenaufgang in Port Louis angelegt. Auch hier liegen wir wieder in einem gemütlichen Containerhafen, der den Gerüchen nach zu urteilen, sich direkt neben dem Fischereihafen befindet.
Wir hatten einen Ausflug zur Iles aux Aigrettes, einem Naturschutzgebiet gebucht.
Unser Ausflug begann sogar 10 Minuten vor der angegebenen Zeit. Das ist sehr ungewöhnlich, weil zu meist immer einer fehlt. Unsere Erwartungshaltung nach den Seychellen und der Hauptinsel Mahe war entsprechend hoch. Auf den Seychellen begann das Paradies bereits nachdem wir das Hafengelände verlassen hatten. Davon kann auf Mauritius keinerlei Rede sein. Wir waren lange auf der Suche nach dem Paradies. Die Hauptstadt Port Louis ist recht groß, völlig nichtssagend und langweilig. Gottseidank haben wir dort nirgendwo gehalten, sondern sind direkt Richtung Süd Osten, einmal quer über die Insel gefahren. Auch das Landesinnere war schwer enttäuschend. Es gibt zwar jede Menge Zuckerrohrplantagen, dafür sieht alles relativ verwahrlost aus. Es liegt viel Müll an den Straßenrändern, viele Häuser sind baufällig, beziehungsweise viele Gebäude einfach im Bau stehen geblieben. Von einem Paradies kann also keine Rede sein. Auf der anderen Seite der Insel angekommen, sah alles deutlich freundlicher aus.
Das Naturschutzgebiet der Insel wird recht streng bewacht, man kommt auf die Insel nur mit einer vorher gebuchten Führung. Zudem sind die Führungen nicht ganz billig. Wir konnten dann mit unserer Gruppe in einem kleinen Boot übersetzen, die Fahrt dauert nicht allzu lange, insgesamt sind das circa 1 km. Man hätte aber auch gut schwimmen können, da das Wasser nicht so wahnsinnig tief war. Auf dem Weg zur Insel sahen wir viele kleine Korallenstöcke. Das Wasser sah sehr einladend aus, und ich wäre am liebsten aus dem Boot gehüpft. Auf der Insel angekommen, wurden wir von zahlreichen bunten Fischchen begrüßt. Am Steg konnte man ganz viele davon bewundern. Umso größer war die Lust, dort zu schnorcheln. Leider ging das nicht! Wir haben innerhalb von circa 1,5 Stunden die Insel und das Naturschutzparadies unter fachmännischer (Fachfrau) Führung erklärt bekommen. Die Führung war sehr interessant, und hat uns allen viel Spaß gebracht. Man konnte eine Menge an Schildkröten bewundern, davon im Wesentlichen Riesenschildkröten, die teilweise weit über 100 Jahre alt sein sollen. Big Daddy, der Schildkrötenherrscher der Insel, machte teilweise einen sehr herrschsüchtigen Eindruck. Wiederholt wurden wir gewarnt, uns nicht zu nah an Big Daddy zu wagen, da er sehr bissig sei. Einen Mann aus unserer Gruppe hatte er eindeutig als sein Opfer auserkoren, Big Daddy verfolgte diesen mit steter Regelmäßigkeit.
Die Insel war richtig dschungelmäßig bewaldet und kleine Trampelpfade führten durch das Dickicht. Viel zu früh sind wir wieder auf das Festland über gesetzt und haben unsere Fahrt fortgesetzt. Weiter ging es zu einem Museum, wohl in Mahebourg gelegen. Dabei handelte es sich um ein altes Kolonialgebäude, das das einzige noch vollständig vorhandene Skelett des ausgestorbenen einheimischen Dodo beherbergt. Damit war eigentlich alles auch schon gesehen. Für einen Tag auf Mauritius wäre ein solcher Besuch nicht notwendig gewesen. Anschließend haben wir uns noch eine katholische Kirche angesehen, bevor wir wieder zur Massenabfütterung geführt wurden. Die Lage des Restaurants war ausgesprochen schön, über alles Weitere brauchen wir kein Wort zu verlieren. Wir haben deswegen nur die Aussicht genossen, die wirklich sehr exklusiv war. Erwähnenswert ist noch der Nachtisch, echtes Kokosnusseis, sehr wohlschmeckend.
Danach ging es im dicksten Freitagabendfeierabendverkehr wieder zum Schiff. Wir waren sehr froh, wieder an Bord zu sein. Für einen Urlaub auf Mauritius können wir nach einem Tag auf der Insel keine Empfehlung abgeben. Vielleicht gibt es aber durchaus noch weitere sehenswerte Ecken! Morgen werden wir schon auf Reunion sein. Wir sind schon sehr gespannt.