17.3. Seetag und 18.3.-19.3. Hongkong

 

Der Seetag verlief völlig unspektakulär. Wir brauchten ihn auch zur Erholung nach den Anstrengungen und dem Trubel in Nah Trang. Und da wir weiter in den Norden shipperten, wurde es auch wieder kühler. Tagsüber sind augenblicklich so 22-23 C, nachts ca. 18 C.

Am 18.3. haben wir sehr pünktlich in Hongkong angelegt. Wir liegen direkt vor Kowloon am Ausgangspunkt der Star Ferry und haben von unserem Balkon einen phantastischen Blick auf Hongkong City.

Wir sind sehr früh aufgestanden und waren schon gegen 8 h in der Stadt unterwegs. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht so viel los. Die Geschäfte hatten alle noch geschlossen, Autos fuhren nur vereinzelt. Wir waren sogar in dem großen Park auf Kowloon. Derzeit blühen hier die Azaleen, was sehr farbenprächtig ist. Ich habe sie fotografiert und werde sie meinen zu Hause zeigen. So kann man auch blühen!

In den Parks machten die Chinesen morgens Yoga und Tai Chi. Wir hatten diese ruhige Zeit genutzt, um Kowloon zu erkunden. So richtige Sehenswürdigkeiten, wie wir Europäer sie kennen, gibt es hier nicht. Eigentlich ist das gesamte Stadtbild eine Sehenswürdigkeit. Hier gibt es nur Hochhäuser. Wir haben nicht ein kleines altes Haus gesehen. Und ein Flagshipstore nach dem anderen, nach dem Motto größer, höher, schöner. Cartier, Rolex, Chopard, Louis Vuitton, Chanel etc. gibt es hier gleich jeweils dutzendfach, fast an jeder Ecke. Eine Einkaufsmeile neben der nächsten. Das ist fast langweilig.

Nach dem Berufsverkehr sind wir mit der Star Ferry nach Hongkong City übergesetzt. Die Fahrt dauert 6 Minuten und ist mit 30 Cent die billigste Hafenrundfahrt, die man machen kann. Hier wollten wir zunächst zur Peak Standsteilbahn, um den so gelobten Peak mit seiner angeblich so prächtigen Aussicht zu besuchen. Die Schlange an der Bahn war unendlich. Wir haben 60 Minuten für die Karten gewartet und weitere 30 Minuten, um in die Bahn einsteigen zu können. Deswegen würden wir empfehlen, die Karten immer im Voraus zu kaufen. Dann waren wir innerhalb von 8 Minuten oben und mussten uns erst einmal durch eine Einkaufsmeile wühlen, bis man nach draußen kam, um die Aussicht zu suchen. Und spektakulär ist etwas anderes, eher das Anstehen. Wir hatten noch Glück, dass es nicht wolkenverhangen war, sondern nur dunstig. Der Ausblick war ganz nett, hat aber die dafür notwendige Zeit und den Aufwand nicht gelohnt. Wir sind anschließend langsam wieder zum Schiff zurückgekehrt, da wir uns um 15.40 h zu unserer gebuchten Abendtour dort treffen sollten.

Die Tour ging pünktlich los und führte uns zum CCI 100, dem höchsten Hochhaus Hongkongs (490 m), wo sich in der 100. Stockwerk eine Aussichtsetage befindet. Und hier war der Blick wirklich spektakulär. 360 Grad rund konnte man auf die Skyline von Hongkong blicken. Selbst die Hochhäuser mit 65 Etagen erschienen von hier oben winzig, Das hatte sich auf jeden Fall gelohnt und den Peak hätte man sich sparen können.

Von der ging es zum dem 8-gängigen Peking- Entenmenue, das wir gebucht hatten. Wir landeten in Monk Kok in einem Einkaufzentrum in der 5. Etage. Uns schwante schon nicht Gutes. Aber es kam noch schlimmer als erwartet. 12 Personen saßen um einen Tisch, der schon für 6 Personen nicht sehr gemütlich gewesen wäre. Es gab nicht für jeden eine Serviette und wir zwei haben uns ein Trinkglas geteilt. Das Menue hatte nichts mit einer Pekingente zu tun. Es gab alles Mögliche, in schlechter Qualität und völlig geschmacklos. Sojasauce wurde auf Nachfragen einmal in einer winzigen Portion auf den Tisch gestellt. Irgendwann fanden dann auch ein paar Scheiben Ente den Weg auf den Tisch. Meine Tischnachbarin hatte dann anstelle des Pfannkuchens, in dem man die Ente einwickeln soll, das dazugehörige Papier gegessen, da beides nicht voneinander zu unterscheiden war. Und es ging alles rasend schnell. Was für eine Esskultur! Wir mussten immerzu an unser wunderschönes chinesisches Restaurant in der Leipziger Straße in Berlin denken, wo man als Deutscher in Deutschland original chinesisch essen kann und eine echte Pekingente bekommt, die so köstlich ist. Das ist jetzt Werbung für unser Lieblingsrestaurant!!

Von dort aus ging es zu der angeblich so spektakulären Lightshow. Nun ja, ein bisschen Laser und ein paar farbige Lichtreflexe und das war es auch schon. Dafür hat man sich mit Menschenmassen an das Ufer gestellt. Das ganze hätten wir ganz bequem von unserem Balkon auf dem Schiff deutlich besser und viel gemütlicher sehen können. Ich hätte von Cunard eigentlich den Hinweis erwartet, dass  dieses Spektakel sich am besten vom Schiff beobachten lässt, aber dann hätte man vielleicht eine Abendtour weniger verkauft.

Zum Schluss konnten wir uns  noch einen Nightmarket ansehen.

Mit dieser Tour hat sich Cunard einen ganz großen Missgriff bei der Tourenauswahl bzw. der Auswahl des örtlichen Veranstalters geleistet.

Den zweiten Hongkong Tag ließen wir moderater angehen. Nachdem wir am ersten Tag über 20 km gelaufen sind, war zunächst etwas mehr Ruhe angesagt. Wir sind zunächst mit der Star Ferry (schon mit viel Routine) nach Hongkong Island übergesetzt und wollten dort in der Hollywoodroad nach einer Empfehlung des Reiseführers in Antiquitätenläden stöbern, von denen es dort viele geben sollte. Die Hollywoodroad entpuppte sich als total langweilige Straße mit einigen Läden, die (wohl?) asiatische Antiquitäten haben sollten. Wir haben uns sehr schnell anderweitig orientiert und dabei einen Food Market entdeckt, der sich über mehrere kleine Straßen erstreckte. Auch wunderschöne Blumen hätte man kaufen können. Die Auswahl war riesig.

Danach sind wir wieder nach Kowloown übergesetzt und wollten das Kunstmuseum besuchen. Dort angekommen, stellten wir fest, dass es wegen Bauarbeiten (laut Internet) wohl schon seit mehreren Jahren geschlossen ist. Danach haben wir noch ein wenig die Nathan Road und einige Nebenstraßen erkundet und sind anschließend von den Menschenmengen und dem Straßenlärm völlig gestresst auf das Schiff zurückgekehrt.

Heute Abend stechen wir gegen 21 h Richtung Vietnam Chan May/ Hue in See. Vor uns liegen zwei Seetage.

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