Heute Morgen sind wir in die Bucht vor Nah Trang bereits mit Sonnenaufgang eingelaufen. Das Wetter ist nach wie vor sehr schön, obwohl gestern hier die Regensaison hätte beginnen sollen. Aber das kann gerne noch ein paar Tage warten. Es ist angenehm warm (viele sagen viel zu warm, was ich persönlich so nicht bestätigen kann J), aber schwül. Die Bucht ist sehr malerisch und von vielen kleinen Hügeln eingeschlossen. Wir liegen direkt gegenüber einer Insel, auf der sich ein kleiner Vergnügungspark a la Disneyland befindet. Man kann Neuschwanstein erkennen, ein Lübecker Holstentor und viele sehr nette weiße Villen. Leider müssen wir hier wieder tendern, was sehr zeitaufwendig ist und von unserer ohnehin für die Landgänge kurz bemessenen Zeit noch zusätzlich abgeht.
Wir hatten für vormittags zuerst eine Tour auf dem River Cai gebucht. Das hat den Vorteil, dass man schneller vom Schiff gehen kann. Erst wenn alle gebuchten Touren, das Schiff verlassen haben, können die anderen Gäste von Bord gehen. Eine interessante wirtschaftliche Variante, den Verkauf von Touren weiter zu steigern!
Wir sind sogar relativ pünktlich vom Schiff gekommen, aber das war es dann auch. Um es vorweg zu nehmen, hier handelt es sich um einen Ort, den man wirklich überhaupt nicht gesehen haben muss. Zudem war an diesem Tag auch ein anderes Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff“ vor Anker, das ungefähr doppelt so groß wie die Queen ist. Entsprechend groß waren die Menschenmassen. Wir sind mit dem Bus zunächst zum Tempel gefahren, der völlig überfüllt war. Dort hatten wir 45 Minuten Aufenthalt, um in aller „Ruhe“ den Tempel zu erkunden. Um 10.35 h sollten wir wieder am Bus sein, um dann zur Bootstour aufzubrechen. Leider war kein Bus zu sehen. Offensichtlich hatte die Reiseführerin, die sich vorher schon durch grenzenlose Inkompetenz ausgezeichnet hatte, den Treffpunkt geändert. Also waren wir auf uns gestellt und sind dann mit dem Stadtplan, den Cunard zur Verfügung gestellt hatte, losgezogen.
Vielleicht sollte er bei Gelegenheit mal den tatsächlichen Verhältnissen wieder angepasst werden. Zumindest die Kathedrale hatten wir gefunden. Aber das war es dann auch. Bemerkenswert waren der Verkehr und die vielen Mopedfahrer, die sich an keinerlei Verkehrsregeln halten. Fußgänger sind offensichtlich dazu da, gejagt zu werden und abends gibt es für die erzielten Opfer dann eine Belohnung. Aber die Mopeds okkupieren nicht nur die Straße. Fußwege sind ausschließlich zum Parken und zwar so, dass der Gehweg komplett blockiert ist und man als Fußgänger dann die Straße benutzen muss.
Das war kein schönes Bild, das sich hier heute von dem angeblich bekanntesten vietnamesischen Seebad gezeigt hat.
Bemerkenswert ist der 7 km lange feine Sandstrand und die Vielzahl der Hotels, auch Luxushotels. Das ist wirklich hervorzuheben. Wir sind diese Strecke heute komplett zu Fuß abgelaufen. Die Promenade ist in einem sehr beklagenswerten Zustand. Das ist sehr schade, gerade bei dem wunderschönen Strand. Wenn man nicht auf Mopedfahrer achten muss, muss man den Weg auf Schlaglöcher, lose Gehwegplatten etc. absuchen. Das ganze Straßenbild wird von Russen und Chinesen beherrscht, die hier offensichtlich den überwiegenden Teil der Touristen ausmachen.
Wir haben eine Mittagspause in einer direkt am Strand gelegenen Brauerei „Brewery Louisiana“ eingelegt, in der man ein hervorragendes selbstgebrautes Bier bekam und einen köstlichen Fisch. Das war das Highlight des Tages.
Anschließend haben wir unseren Fußmarsch zum Schiff fortgesetzt. Endlich nach einem Spießroutenlaufen im Hafen angekommen, erwartete uns das nächste Desaster. Die Schlange zu den Tenderbooten war unendlich lang. Wir haben 45 Minuten in praller Sonne auf ein Boot warten müssen. Dabei konnten wir das Tendern von dem doppelt so großen weiteren Kreuzfahrer „Mein Schiff“ beobachten. Dort gab es gar keine Schlange und das bei der doppelten Anzahl von Passagieren. Hier wird sich Cunard erhebliche Gedanken zur eigenen Organisation machen müssen. Das entspricht nicht dem Service, den man hier erwartet. Wenigstens kam man nach einiger Zeit auf die Idee, Wasserbecher an die Passagiere zu verteilen. Sonst hätte es heute wohl einige hitzebedingte Ausfälle bei dem doch deutlich älteren Publikum gegeben.
Wir waren sehr froh, dass wir zurück an Bord sind. Ich glaube nicht, dass wir diesen Ort wieder besuchen werden.