12.2.-16.2. Seetage, 17.2. Apia auf Samoa

 

 

Jetzt sind wir auf dem Weg in die Südsee. Es herrschen angenehme 28 C tagsüber, die in der Sonne leicht die 30 C Marke knacken. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch und liegt bei 80 %. Auch nachts wird es nur wenig kühler. In meinen Augen ganz herrliche Temperaturen. Die See ist nur leicht bewegt und es weht eine angenehme Brise. Genauso hatte ich mir die Südsee vorgestellt.

Am ersten Seetag hatten wir einen herrlichen Sonnenuntergang, den wir ausgiebig fotografiert haben.

Der 14.2. war ein aufregender Seetag! Eigentlich sollte er gar nicht stattfinden, weil wir an diesem Tag die Datumsgrenze überfahren haben. Das war der Plan des Kapitäns. Damit hätte er den Valentinstag gecancelt. Da hatte er aber nicht mit dem Theaterdirektor des Schiffes gerechnet, der vehement darauf bestand, den Valentinstag stattfinden zu lassen und dafür lieber den folgenden Tag, den 15.2. zu streichen. Letztendlich haben die Argumente des Theaterdirektors überzeugt und der 15.2. wurde gestrichen. Es wäre auch schade gewesen, da am Abend des Valentinstages Galaabend war und ein Valentinsball stattfinden sollte. Das ist eigentlich eine Diskussion, die uns so gar nicht berührt, da wir den Valentinstag noch nie gefeiert haben. Am Abend sind wir dann fein gewandet zum Galadiner gegangen. Ich hatte mein rotes Flatterkleid an, das mit weitem Abstand das leichteste Kleid ist. Ausgewählt hatte ich es wegen der jetzt herrschenden tropischen Temperaturen. Klaus bekam passend zum Kleid eine rote Smokingschleife hingelegt. Witzig war aber, dass fast alle Damen rote Kleider anhatten und die Herren rote Smokíngschleifen. Anscheinend  ist das wohl am Valentinstag Tradition.

Ein weiteres herausragendes Ereignis an diesem Tag war die Überfahrt des Äquators um 13.50 h, die feierlich vom Kapitän und dem Schiffssignal angekündigt wurde. Nun sind wir auf der Südhalbkugel unterwegs. Im Laufe der Fahrt sollen wir später den Äquator noch weitere 4 mal überqueren. Und natürlich muss die Überfahrt auch mit einer zünftigen Äquatortaufe der Kaulquappen (Leute, die noch nie den Äquator überquert haben) gefeiert werden, um aus ihnen ordentliche Seebären zu machen. Das stand dann am 4. Seetag um 14.30 h auf dem Pooldeck an. Es hatten sich tags zuvor viele Kaulquappen angemeldet. Wir haben schon recht häufig den Äquator überquert, so dass es für uns nicht zur Diskussion stand. Die Mannschaft hat das Pooldeck ein paar Stunden vorher abgesperrt und entsprechende Vorbereitungen getroffen. Viele große Kübel von nicht definierbarer farbiger Matsche, die aussah wie Schokoladenpudding, Erdbeerspeise,  Spagetti und Sägespäne stand zur Taufe bereit. Pünktlich erschienen Neptun und seine Frau und hielten Ansprachen. Dann ging es los. Erst mussten die Täuflinge eine echte Lachsforelle küssen, was bei einigen schon ganz nette Reaktionen hervorrief, dann wurden sie mit allen Sorten an Pampe eingeseift und durften zum Schluss in den Pool. Der Pool sah nach dem Ereignis beklagenswert aus. Ganz zum Schluss kamen dann Mitglieder der Mannschaft an die Reihe, die von ihren Mitkollegen besonders intensiv zur Taufe vorbereitet wurden. Es herrschte eine Mordsgaudi.

Heute Morgen haben wir Apia auf Samoa erreicht. Wir haben gegen 8.30 h angelegt und wurden mit einem Chor am Kai, der samoesische Volkslieder sang und spielte, empfangen. Bereits früh morgens herrschten hochsommerliche Temperaturen. Wir hatten ein Riesenglück, die Insel strahlte im herrlichsten Sonnenschein und blauen Postkartenhimmel vor sich hin. Anfang der Woche muss es noch ganz anders ausgesehen haben. Zwei Kreuzfahrtschiffe konnten wegen tropischer Stürme gar nicht anlegen. Gar nicht auszudenken, wenn uns das passiert wäre. Der Tag war heute ein einziger Traum. Die Insel ist wunderschön und die Menschen hier freundlich, aufgeschlossen und sehr sehr nett. Unsere Fremdenführerin meinte, im Notfall würden sie erst zu dir „I love You“ sagen, bevor sie die Krankenwagen rufen, wenn du dir den Arm gebrochen hast.

Wir hatten einen Ausflug gebucht, der „Essence of Upolu“ hieß. Es ging gleich nach dem Einklarieren los. Die Gruppe war sehr klein und die Busse auch. Wir haben eine komplette Inselrundfahrt gemacht und alle Highlights der Insel gesehen. Die Vegeatation ist rein tropisch, es ist alles grün und zugewuchert. Überall sind große Blumen, Riesenfarne, Brotbäume und andere Riesenbäume, Bananenstauden, Kokospalmen. Anfangs wusste man gar nicht, wohin man als erstes schauen sollte. Und überall palmengesäumter Strand und türkisblaues Wasser. Unglaublich!!! Alle meine Klischees wurden verwirklicht!

Die Häuser sind fast alle aus Holz und viele sind einfach offen und haben gar keine Wände. Es sieht sehr luftig aus. Das Dach soll wohl nur gegen Regen und Sonne schützen. Fast alle Bewohner der Insel gehören dem christlichen Glauben an und sind sehr religiös. Es gibt unzählige Kirchen. Heute war Sonntag und alle Bewohner sind sonntagsgewandet in die Kirche gegangen. Die Damen meist im weißen Kleid, mit weißen Hut und weißen Handschuhen, die Männer im Sarong mit bunten Hemden.

Im Landesinneren gab es viele malerische Wasserfälle. Einen größeren haben wir gleich zu Anfang besucht. Auch dieser Platz war sehr ursprünglich. Neben Katzen, Hühnern und Küken wurden Kokosnüsse aufgebrochen und das weiße Kokosfleisch an die Tiere verteilt. Leider gab es für uns keine Kokosnüsse. Das war sehr schade, da wir das Kokoswasser und das Kokosfleisch sehr lieben.

Anschließend sind wir an einen richtigen Südseestrand gefahren und konnten dort ausgiebig baden und schnorcheln. Das Wasser war über 30 C warm und sehr angenehm. Ich glaube, wir waren über eine Stunde im Wasser und haben es sehr genossen. Es bisschen haben wir auch geschnorchelt. Es gab ein paar Korallen und kleine Fische zu sehen. Das Riff selbst war zu weit draußen, als dass man dort hin hätte schwimmen können. Dann gab es noch ein kleines Barbeque am Strand. Weiter ging die Fahrt durch wunderschöne Landschaften. Leider ist die Zeit viel zu schnell vergangen. Wir haben anschließend mit unserer Fremdenführerin noch eine kurze Tour auf den Spuren der deutschen Kolonisten in den Ort hinein zum German Flagg Memorial gemacht. Dabei hat sie uns das Regierungsgebäude, die Gerichtsgebäude, die alte deutsche Siedlung und das deutsche Musterdorf gezeigt. Zum Schluss waren wir noch auf einem kleinen Fruchtmarkt und haben einheimische Bananen, Ananas und eine uns unbekannte Frucht gekauft. Die Bananen schmecken phantastisch! Die anderen Früchte werde morgen probiert. Es war ein wunderschöner Tag auf einer wunderschönen Insel.

Um 18 h ist dann wieder Sailaway und es geht nac

h Tonga, das wir übermorgen erreichen sollen.

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