3.3. und 4.3. Seetage
Wir sind auf dem Weg nach San Francisco, wo wir zwei Tage bleiben werden. Die Wetteraussichten für San Francisco sind leider nicht so toll. Bei zeitweise Regen sollen tagsüber nicht mehr als 10 C erreicht werden. Dabei hatte ich die Wintersachen doch schon in den Koffer unter das Bett verbannt. Nun muss alles wieder ausgepackt werden.
Man hat den Temperatursturz auch sehr schnell an Bord gemerkt. Am ersten Seetag wurden noch bis mittags Temperaturen von 20 C erreicht, die dann schnell sanken. Am zweiten Tag konnten wir uns noch über 13 C freuen. Die Nachfrage nach Liegestühlen auf dem Sonnendeck ließ ebenfalls schlagartig nach. Zudem hatten wir auch wieder ganz heftigen Seegang mit Wellen bis zu 5 m, die das Schiff ordentlich schwanken ließen. Jetzt wird das Wetter wahrscheinlich erst auf dem Weg nach Hawaii wieder besser.
Gestern Abend hatten wir wieder einen Cocktailempfang mit dem Kapitän und anschließenden Galaabend mit einem köstlichen Hummeressen.
Am letzten Seetag wurde der Seegang noch einmal heftiger. Nachts hatten wir Wellen von 6 m, so stark wie bisher noch nicht. Das Schiff hat ordentlich geschaukelt.
5. 2. und 6.2.2019 San Francisco
Am 5.2. sind wir morgens gegen 6.15 h in die Bucht unter der Golden Gate Bridge eingelaufen. Es war noch dunkel, so dass man nicht so viel sehen konnte. Wir sind sehr früh zum Frühstück gegangen und konnten aus dem Fenster die Brücke bewundern. Es war sehr kalt. Tagsüber wurden nicht mehr als 6 C erreicht. Dafür wurden wir aber mit Sonne pur und einem phantastischen azurblauen Himmel verwöhnt, der den ganzen Tag uns erhalten blieb.
Nach dem Frühstück haben wir uns sofort zur Immigration aufgemacht. Man mußte sich im Royal Theater eine Nummer ziehen, um das Schiff verlassen zu können. Und dann war gaaanz viel Geduld gefragt. Wir haben 2 Stunden dort gewartet, bevor wir vom Schiff gehen durften. Dieses mal war die Immigration überaus langsam und schleppend. Nach 90 Min. bekamen wir die Erklärung: Die Computer wären heute sehr langsam, was direkt in der Nachbarschaft von Sillicon Valley ein sehr überzeugendes Argument war. Dann sind sogar unsere Rechner in Grünheide schneller! Unsere Laune war auf dem Tiefpunkt, im Kreise der Wartenden wurde diskutiert, warum man unbedingt diesen Ort hatte anlaufen müssen.
Um 11 h durften wir uns zur Immigration aufmachen, wo wir uns erneut anstellen mußten, jetzt hatte man die Computer wohl etwas beschleunigt, denn die Prozedur ging recht schnell. Wir machten uns dann auch sofort zu Fuß auf den Weg durch die Batterey in die Innenstadt. Und wir wurden reichlich entschädigt. Heute ist chinesischer Neujahrstag und in Chinatown wurde es ausgiebig mit viel Knallerei und Straßenumzügen gefeiert. Es gab sehr viel zu sehen, so dass wir beschlossen, morgen nochmal wieder nach China Town zu gehen, da uns die Zeit knapp wurde. Wir hatten für den Mittag einen Ausflug nach Muir Woods gebucht und mussten um 13.15 h wieder am Schiff sein.
Mit einem Bus und nicht so vielen Teilnehmern haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Muir Woods ist ein recht großer National Park aus unglaublich vielen, sehr hohen und sehr alten Mammutbäumen, hier Red Woods genannt. Die Fahrt dorthin führte über die Golden Gate Bridge an Sausalito vorbei und war unglaublich schön. Wir hatten einen sehr netten und sehr kultivierten und kompetenten Führer, der sich sehr gut auskannte, ein gepflegtes Englisch sprach und schon die Fahrt sehr spannend gestaltete. Im Park selbst konnten wir 2 Stunden einen Spaziergang machen und die Natur bewundern. Es war beeindruckend und wunderschön. Um 15.30 h sind wir wieder gen San Francisco gestartet und dann begann eine zusätzliche Tour, die so gar nicht mit in unserer gebuchten enthalten war. Unserem Reiseleiter scheint auch sein Publikum gut gefallen zu haben, so dass er für uns noch ein paar Überraschungen hatte. Kurz vor der Golden Gate Bridge sind wir einen Hügel zu einem Aussichtspunkt gefahren, von dem man einen phantastischen Ausblick auf die Bucht, die Brücke und die Skyline hatte. Danach fuhren wir durch einen weiteren Nationalpark nahe bei San Francisco, in dem sich das alte Navyviertel aus dem frühen 20. Jahrhundert, das wunderschön restauriert wurde und jetzt komplett privat genutzt wird wie auch sich die Disneyfilmstudios befanden. Damit war aber noch nicht genug: Weiter ging es auf die Hügel und durch Stadtteile mit herrlichen alten viktorianischen Häusern, Häusern aus der Jahrhundertwende, Art Deco u.s.w. Man kam aus dem Fotografieren nicht mehr raus. Jetzt wissen wir auch wo „Mrs. Doubtfire“ gedreht wurde und „Am Abend vor der Hochzeit“ mit Kathryn Hephurn und James Stewart. Es war einfach klasse. Ich glaube, man kann es bisher als unsere schönste Tour bezeichnen. Wir haben sehr viel von der Stadt, ihrer Umgebung und der Natur gesehen. Und es ging nicht nur uns so, unsere Mitreisenden haben es genauso empfunden.
Heute morgen haben wir ganz früh schon gefrühstückt und haben uns sofort auf den Weg in die Stadt gemacht. Wir haben bewußt keine Tour gebucht sondern sind auf eigene Faust losgezogen, da es hier in der Stadt ganz einfach ist: Man geht vom Schiff und ist quasi bereits mitten in der Stadt!
Als erstes sind wir uns heute Morgen zur Fishermans Wharf gelaufen. Gestern sind wir noch gewarnt worden, dass alles sehr touristisch sei. Natürlich gibt es ganz viele Touris aber die ganze Straße samt der Kaianlagen hat einen unheimlich tollen Flair, der auch durch die Touris nicht verdorben werden kann. Wir waren schon um 9.00 h morgens dort und es war sehr wenig los, so dass wir in aller Ruhe das ganze Gebiet erkunden konnten. Und wir hatten wieder ein phan
tatisches Wetter, strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und ganz sicher 2 C wärmer als gestern! Bekannt an der Fishermans Wharf sind auch die Dutzende von Seehunde, die auf eigens für sie gebauten Pontons behaglich in der Sonne lagen und vor sich her grunzten und ihre Haarems bewachten.
Gemütlich sind wir dann die ganze Fisherman Wharf entlang zur Ausgangsstation der Cable Car geschlendert, die gleichzeitig auch der Wendepunkt der einzelnen Wagen ist. Wir hatten Glück und konnten recht schnell einsteigen. Diese Fahrt ist ein echtes Muss in San Francisco und bringt sehr viel Spaß. Sie geht nicht nur die bergigen Strassen hoch, sondern auch wieder hinunter und biegt in andere Straßen ein. Auf dieser Fahrt gab es viele alte schöne Häuser und Straßenzüge zu bestaunen. Zudem ging die Fahrt mitten durch Chinatown. Ausgestiegen sind wir am Unionsquare, der in etwa der Goethestraße in Frankfurt, dem Kuhdamm oder der Friedrichstraße in Berlin entspricht. Ein Einkaufstempel neben dem anderen. Welch ein Paradies! Wir haben auch den einen oder anderen Blick hineingeworfen und ein paar Kleinigkeiten geshoppt. Danach waren wir so entkräftet, dass wir nach Chinatown gelaufen sind und uns erst einmal mit einem chinesischen Menue stärken mußten. Und zwar ein original chinesisches Menue! Es war köstlich, die Riesengarnelen waren auf den Punkt gegart, man kann es selbst kaum besser hinbekommen. Nach einem weiteren ausführlichen Bummel im chinesischen Viertel sind wir völlig erschöpft auf dem Schiff wieder gelandet.
Fazit: San Francisco ist eine wunderschöne, wenig amerikanische, sehr fußgängerfreundliche Stadt, gelegen in einer wunderschönen Landschaft. Hier kommen wir immer wieder gerne zurück.
Heute Abend laufen wir um 20 h Richtung Hawaii aus. Vor uns liegen 4 weitere Seetage, die uns hoffentlich ganz schnell wieder in die Wärme bringen werden.