30.1. bis 1.2. Seetage, 2.3. Cabo San Lucas, Mexico

Vor uns lagen drei weitere Seetage bei herrlichem tropischen Wetter, einem strahlend blauen Himmel bei Temperturen von ca. 30 C. Auch nachts war es nur unwesentlich kühler. Wir segelten vorbei an der Küste Costa Ricas, Nicaraguas, San Salvador und Mexiko, meistens mit einem Abstand von ca. 30 sm. Manchmal konnten wir am Horizont die Küstenlinie, Berge oder Vulkane erkennen. Das Meer war sehr ruhig. Tagsüber sind hin und wieder Delfine mit uns gesurft. Möwen und andere Seevögel waren unsere Begleiter, die regelmäßig Fische fingen. Vereinzelt gab es auch fliegende Fische zu bewundern. Prachtvolle, teilweise auch sehr kitschige Sonnenuntergänge konnten wir nun bequem bei sehr angenehmen Temperaturen von unserem Balkon genießen.

Am frühen Morgen am 2.3. erreichten wir Cabo San Lucas. Hier waren die Temperaturen schon wieder deutlich gemäßigter und erinnerten an Teneriffa. Das Kap ist die Südspitze der Halbinsel Southern California. Das Kap selbst sieht sehr ursprünglich aus. Der Ort dagegen ist eine reine Touristenstadt aus der Retorte mit Ballermanncharakter, der von weitem ein wenig an Teneriffa Playa de Las Americas erinnert.

Wir lagen in der Bucht vor der Stadt, da der Hafen keinen Platz zum Ankern bot. Wir mußten mit Tenderbooten übersetzen, was aber überhaupt kein Problem war und auch keinerlei Wartezeiten verursachte, wie wir ursprünglich befürchteten. Das hatte Cunard sehr gut im Griff. Wir hatten einen Ausflug zum Walwatching gebucht. In dieser Bucht sollten in den Monaten Februar und März Wale ihren Nachwuchs zur Welt bringen und einige Monate hier betreuen. Also lag nichts näher als ein Ausflug zu den Walen. Nach unseren bisherigen Erfahrungen zum Thema Walwatching haben wir immer nur Delfine beobachten können, Wale hatten wir bei solchen Ausflügen noch nie gesehen. Da wir aber gerne Bootchen fahren und auf dem Meer sind, war das Ergebnis eigentlich recht egal und unsere Erwartungshaltung sehr gering. An dem Ausflug nahmen sehr viele Mitreisende teil. Auf unserem Boot waren sicher mehr als 50 Passagiere der Queen Victoria, was uns eigentlich nicht so gut gefällt.  Kaum dass wir abgelegt hatten, wurden von der Crew schon die ersten Getränke verteilt. Sie kamen mit einem großen Tablett und wie sich hinterher herausstellte, waren es alles Margaritas. Und das um 9.30h morgens! Die Stimmung wurde so auch schnell bei unseren etwas älteren Mitfahrern recht ausgelassen. Und dann geschah das tatsächlich Unglaubliche! Direkt vor uns tummelten sich Wale. Wir hatten das Vergnügen, ca. 2 Stunden lang rund um das Boot immer wieder verschiedene Walgruppen beobachten und fotografieren zu können, was wir natürlich sehr ausführlich auch taten. Das war schon ein toller Anblick. Leider konnten wir mit dem Boot nicht ganz so nah heranfahren, wie es kleinere Boote machen konnten. Die Wale waren auch völlig unbeeindruckt von ihren Beobachtern und liessen sich gar nicht stören. Der Ausflug war wirklich schön, es hätten nur gerne 40 Leute weniger sein können.

Anschließend wollten wir noch ein wenig den Ort selbst erkunden. Er war wirklich selten häßlich. Lediglich die Uferstrasse mit dem Yachthafen war einigermaßen sehenswert. In den Läden oder Buden am und um den Hafen wurde ein unglaublicher Ramsch zu unglaublichen Preisen angeboten. Einfachste Stücke von bedruckten Stoff, die man vielleicht als kleine Tischdecke hätte ansehen können, wurden mit 100 USD, die gleiche an einem anderen Stand mit 160 USD angeboten. Die Preise waren derart absurd, dass sich jegliches Handeln per se schon verbot. Auch sonst verlangte man für den Touristenramsch Preise, die einem jeglichen Spaß verdarben. Wenn man keine Wale hätte beobachten können, würde sich einem sofort die Frage stellen, warum ein Kreuzfahrtschiff in einem solch unsagbar häßlichen Ort anlegt. Nach Auskunft der Reiseleitung gab es auch weit und breit um Cabo San Lucas keinen einzigen sehenswerten Ort, geschweige denn historische Stätten zu besichtigen. Wir sind dann auch schon wieder gegen 14 h auf dem Schiff gewesen und waren sehr froh, als der Dampfer um 17 h ablegte.

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