Heute morgen hieß es früh aufstehen, wenn man die Einfahrt des Schiffes in den Panamakanal miterleben wollte. Kurz nach Sonnenaufgang näherten wir uns der Bucht, von der die Einfahrt in den Kanal abging. Sie wird überragt von einer ganz neuen, noch nicht völlig fertiggestellten Spannbetonbrücke, die von Einheimischen die „Brücke ins Nirgendwo“ genannt wird, weil ihr vollständig bis jetzt die Straßenanbindung fehlt.
Pünktlich um 9.00h ging es dann in die erste Schleuse von insgesamt drei Staustufen. Nach ca. einer Stunde hatten wir das Niveau des Gatunsees, eines riesigen Stausees, erreicht und die Fahrt durch den Kanal konnte starten. Fast die Hälfte der Strecke führt durch eine zauberhafte Seelandschaft mit einer Vielzahl von kleinen Inseln, die nach der Stauung des Sees die Spitzen von den nicht versunkenen Hügeln bildeten. Links und rechts am Ufer wucherte der Dschungel. Danach wurde die Seenlandschaft deutlich schmaler und der wirkliche Kanal fing an. In diesem Stück befindet sich direkt am Kanal eine kleine nicht asphaltierte Versorgungsstrasse, alle 50 m sind Scheinwerfer montiert. In diesem Teilstück können keine zwei Schiffe unserer Größe nebeneinander fahren.
Die gesamte Fahrt wurde begleitet von fachkundigen Kommentaren, eines ehemaligen CEO der Kanalgesellschaft, der sehr anschaulich viel über den Kanal erzählte.
Gegen 15.30
h erreichten wir die beiden Staustufen an der Pazifikseite. Auch hier benötigten wir wieder ca. eine Stunde, um die Staustufen zu passieren. Auf der linken Seite des Schiffes tauchte dann die Skyline von Panama City auf.
Die Fahrt durch den Kanal, den man bisher nur aus den Schulbüchern kannte, war ein sehr beeindruckendes Erlebnis und ganz sicher auch ein Höhepunkt unserer Weltreise. Um allen Passagieren tolle Aussichten bieten zu können, hatte der Kapitän, weitere Vorderdecks geöffnet, die man sonst nicht betreten darf. Dort boten sich uns spektakuläre Aussichten, die kaum durch Fotos einzufangen waren.